Deutsches Flipper- und Arcademuseum

Das Deutsche Flipper- und Arcademuseum in Seligenstadt ist ein ehrenamtlich geführtes Spieltechnikmuseum und widmet sich der Bewahrung, Dokumentation und Vermittlung historischer Flipper, Arcadeautomaten und weiterer Zeugnisse der interaktiven Unterhaltungskultur.

Träger des Museums ist der gemeinnützige Verein For Amusement Only e.V., der 2009 von Sammlern und Technikbegeisterten im hessischen Rodenbach gegründet wurde. Dort entstand auch das erste Museum. Am 3. Juli 2010 fand der erste öffentliche Besuchstag statt. Mit dem kontinuierlichen Wachstum der Sammlung wurden die ursprünglichen Räumlichkeiten jedoch schnell zu klein. 2013 zog das Museum deshalb nach Seligenstadt im Landkreis Offenbach, wo es bis heute beheimatet ist.

Heute umfasst die Sammlung mehr als 250 Flipper und Arcadeautomaten, die sich auf rund 900 Quadratmeter und zwei Etagen verteilen. Flipper und Arcadegeräte machen jeweils ungefähr die Hälfte des Bestandes aus. Ergänzt wird die Sammlung durch elektromechanische Spielgeräte, klassische Konsolen und weitere Exponate aus der Geschichte der Spieltechnik.

Das Besondere: Das Deutsche Flipper- und Arcademuseum versteht sich nicht als Ausstellung, in der historische Geräte nur betrachtet werden können. Die Exponate sollen erlebt werden. An den öffentlichen Museumstagen sind die ausgestellten Flipper und Arcadeautomaten auf Freispiel gestellt und können ohne zusätzlichen Münzeinwurf gespielt werden. Damit vermittelt das Museum die Geschichte der Spielkultur dort, wo sie ursprünglich stattgefunden hat: direkt am Gerät.

Besondere Exponate und seltene Spieltechnik

Die Sammlung bildet mehrere Jahrzehnte Spielgeschichte ab und umfasst neben bekannten Klassikern auch eine Reihe ungewöhnlicher und teilweise sehr seltener Exponate.

Zu den Highlights gehört der Poly-Play, der einzige in der DDR produzierte Videospielautomat. Das Gerät wurde ab Mitte der 1980er Jahre vom VEB Polytechnik Karl-Marx-Stadt hergestellt und nimmt als eigenständige Entwicklung innerhalb der internationalen Arcadegeschichte eine besondere Stellung ein.

Ein weiterer Blickfang ist die große Daytona USA Anlage von Sega aus dem Jahr 1994. Acht miteinander verbundene Sitze ermöglichen gemeinsame Rennen mit bis zu acht Spielerinnen und Spielern. Die komplette Anlage bringt rund 1,9 Tonnen auf die Waage und vermittelt bis heute das Spielgefühl der großen Arcadehallen der 1990er Jahre.

Auch im Flipperbereich finden sich einige Raritäten. Das Museum besitzt mehrere seltene Geräte des US-amerikanischen Herstellers Alvin G. & Co., darunter auch Prototypen. Der nur wenige Jahre aktive Hersteller gehört zu den ungewöhnlicheren Kapiteln der Flippergeschichte der 1990er Jahre. Entsprechend selten sind viele seiner Geräte heute zu finden.

Einen eigenen Bereich bildet der Kawaii Room. Die Sonderausstellung widmet sich der japanischen Arcade- und Spielhallenkultur. Statt der im Westen bekannten, meist stehenden Arcadegehäuse sind hier sogenannte Candy Cabs zu finden. Dazu gehören unter anderem Geräte wie der Sega Blast City. Die charakteristischen japanischen Automaten wurden für die dortigen Spielhallen entwickelt und werden traditionell im Sitzen gespielt. Der Kawaii Room zeigt damit eine Seite der Arcadegeschichte, die in europäischen Spielhallen nur selten zu erleben war.

Neben diesen Besonderheiten reicht das Spektrum von frühen elektromechanischen Geräten über klassische Arcadehits wie Pac-Man und Donkey Kong bis zu Flippern unterschiedlichster Hersteller und Generationen.

Ein Museum, das vom Ehrenamt lebt

Erhalt und Betrieb des Museums erfolgen vollständig ehrenamtlich. Die Mitglieder von For Amusement Only e.V. restaurieren und reparieren die historischen Geräte in ihrer Freizeit, kümmern sich um die Ausstellung und dokumentieren die Technik. Darüber hinaus werden Platinen und Daten von Arcadegeräten archiviert und historische Geräte filmisch dokumentiert. Da viele Exponate mehrere Jahrzehnte alt sind, gehören Wartung, Fehlersuche, Ersatzteilbeschaffung und Reparatur zum Museumsalltag.

Das Museum öffnet regulär jeden ersten Samstag im Monat für die Öffentlichkeit. Die Zeit zwischen den Öffnungstagen wird unter anderem für Reparatur und Wartung der Sammlung genutzt. Ergänzend finden Sonderveranstaltungen wie Flipperturniere, Retrogaming-Veranstaltungen, Vorträge oder Konzerte statt.

Auch außerhalb Seligenstadts engagiert sich der Verein für den Erhalt und die Vermittlung von Spielkultur. Seit 2014 ist das Museum unter anderem regelmäßig auf der gamescom vertreten. Exponate des Museums waren und sind zudem bei Veranstaltungen und als Leihgaben in anderen Einrichtungen zu sehen.

2025 wurde die Arbeit des Museums mit dem Sonderpreis der Jury des Deutschen Computerspielpreises ausgezeichnet.

Seit 2026 trägt die Einrichtung den Namen Deutsches Flipper- und Arcademuseum. Mit der neuen Bezeichnung unterstreicht der gemeinnützige Verein den überregionalen Anspruch der Sammlung und seine Aufgabe, historische Spieltechnik als Teil der deutschen und internationalen Gameskultur zu erhalten, zu dokumentieren und vor allem spielbar zu bewahren.

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Adresse
Deutsches Flipper- und Arcademuseum
Wilhelm-Leuschner-Str. 6
63500 Seligenstadt

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmittel
Leider gibt es in der unmittelbaren Umgebung des Museums keine direkte öffentliche Verkehrsmittelanbindung. Der Bahnhof von Seligenstadt (Hessen) ist ca. 1,5 km vom Museum entfernt. Weitere Informationen sind über die RMV Webseite zu erhalten.

Laufweg vom Bahnhof Seligenstadt (Hessen) zum Museum (1,5 km / ca. 20 Min)

  • Von der Eisenbahnstraße in Richtung Wolfstraße (Norden) laufen.
  • Laufweg ca. 200m
  • Rechts auf die Frankfurter Straße abbiegen.
  • Laufweg ca. 200m
  • Links auf die Kapellenstraße (L3065) abbiegen.
  • Laufweg ca. 500m
  • Der Straßennamen Ändert sich in Ellenseestraße um.
  • Laufweg ca. 500m
  • Links in den Kreisverkehr abbiegen und die erste Ausfahrt Richtung Wilhelm-Leuschner-Straße nehmen.
  • Laufweg ca. 200m
  • Ankunft Wilhelm-Leuschner-Straße 6 auf der linken Seite.

Anfahrt mit dem Auto von A3/E42 nach Seligenstadt (ca. 10 Min)

  • Ausfahrt Anschlussstelle (55) Seligenstadt nehmen.
  • Abbiegen auf L3121 (Richtung Mainhausen/Seligenstadt) und weite gerade aus über die Dudenhöfer Straße.
  • Fahrt ca. 3km
  • Durch zwei Kreisverkehre (immer zweite Ausfahrt) und weiter auf Dudenhöfer Straße
  • Fahrt ca. 1 km
  • Rechts abbiegen auf die Frankfurter Straße (L2310)
  • Fahrt ca. 0,3 km
  • Links abbiegen auf die Kapellenstraße (L3065)
  • Fahrt ca. 0,5 km
  • Der Straßennamen Ändert sich in Ellenseestraße um.
  • Fahrt ca. 0,5 km
  • Die dritte Ausfahrt im Kreisverkehr nehmen und gerade aus in Richtung Wilhelm-Leuschner-Straße
  • Fahrt ca. 0,2 km
  • Ankunft Wilhelm-Leuschner-Straße 6 auf der linken Seite.

Hinweis
Falls keine Parkplätze vor dem Museum mehr frei sind, sind in der Regel in der Ferdinand-Porsche-Straße genug Parkflächen vorhanden. Die Ferdinand-Porsche-Straße liegt links vor der Wilhelm-Leuschner-Straße.